Zechen in Wattenscheid



In Wattenscheid gab es 7 Zechen, die alle inzwischen stillgelegt wurden:

1832
1835
1843
1854
1873
1873
1873
Maria, Anna und Steinbank
Hektor
Centrum
Holland
Fröhliche Morgensonne
Engelsburg
Hannover
1904
1847
1963
1973
1960
1961
1963

Aus ganz Deutschland strömten fleißige Männer nach Wattenscheid, aus Osteuropa, aus Posen, aus Schlesien. Die Stadt wuchs schnell heran. Die alten Wälle und Tore wurden abgetragen. Neue Straßen und Häuser entstanden, neue Handwerksbetriebe, Kaufhäuser und Verwaltungsgebäude. Fast die ganze Stadt lebte vom Bergbau.


Glückauf, ihr Bergleut´!

Eine alte Geschichte erzählt:

Einst trieb ein Hütejunge seine Rinder und Ziegen auf den Ruhrhöfen zur Weide. Da der Herbsttag aber schon kühl war, zündete er ein kleines Holzfeuerchen an, um sich zu wärmen. Als er am Abend das Feuer löschen wollte, merkte er, daß die Erde weiter glühte. Er nahm ein paar von den schwarzen Brocken mit und legte sie daheim auf den Herd. Sie gaben eine hübsche Glut, und nun hatten alle Sorgen um das Feuerholz ein Ende. In Eppendorf und Munscheid grub man die ersten Kohlen. Zunächst baute man kleine Pütts, später richtige Stollen in die Hügel hinein. Als aber die ersten Dampfmaschinen gebaut wurden, trieb man Schächte senkrecht in die Erde hinab. Die Kohlenflöze in der Erde hatten oft seltsame Namen: Finefrau hieß das eine, Mausgatt das andere, Sonnenschein dieses und Dickebank jenes.


Wattenscheid besiegt die Kohlenkrise

Viele Häuser wurden statt mit Kohle immer mehr mit Heizöl erwärmt, das bequemer zu verarbeiten ist. Und selbst aus Australien wurde die Kohle billiger über die weiten Meere nach Deutschland geschifft. So mußten die Wattenscheider Zechen stillgelegt werden. Den Anfang machte 1960 die "Fröhliche Morgensonne". Ihr folgten 1961 die "Engelsburg" und 1963 "Centrum". Zuletzt kam 1973 "Holland" An die Reihe. Fast 10 000 Wattenscheider Bergleute wurden arbeitslos und mußten umgeschult werden oder wurden in die Rente geschickt. Wattenscheid erlebte ein schweres Schicksal, die Kohlenkrise, und war keine Bergarbeiterstadt mehr. Doch die Wattenscheider Männer und Frauen ließen sich nicht unterkriegen. Sie hatten im Laufe ihrer Geschichte die Schweden besiegt und die Pest überwunden, nun meisterten sie auch diese schwere Zeit. Oberbürgermeister Erwin Topp und Oberstadtdirektor Georg Schmitz kamen auf den klugen Gedanken, auf dem Gelände der stillgelegten Zechen andere Firmen und kleinere Betriebe anzusiedeln. Sie lockten Firmen aus ganz Deutschland in die Stadt am Hellweg. Und über 100 Unternehmen kamen, darunter auch Klaus Steilmann mit seiner Kleiderfabrik. So entstanden auf und an dem Gelände der Zeche "Fröhliche Morgensonne" das "Industriegebiet West" und auf dem Gelände der Zeche "Centrum" das "Industriegebiet Ost". Wattenscheid wurde eine vielschichtige Industriestadt und wurde so ein Beispiel für das ganze Ruhrgebiet: Darauf sind die Wattenscheider Bürgerinnen und Bürger noch heute stolz.

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