Swidtbert und Gertrud
Es lebte einst in England ein frommer Mönch, er hieß Swidbert. Der hörte, daß die Brukterei noch zu heidnischen Göttern beteten, zu Donar und Wodan und vielen anderen im Wahlhall, der Götterurg. Da beschloß er, als Priester in das Land der Brukterer zu gehen und dort Christus und das Evangelium zu verkünden.
Aber als sein Schiff auf dem Wege über das Meer war, brach ein gewaltiger Sturm los. Swidbert und seine frommen Freunde beteten u Gott um Rettung. Da sahen die Männer plötzlich eine hohe, schöne Frauengestalt über das wilde Wasser schreiten. Sie trug das Gewand einer Nonne, einen Stab in der Hand und ein kleines Schiff im Arm.
...
Sie hob den Stab empor, und sofort verstummte der Donner unter den Wolken: das Wasser lag ganz still, und ruhig segelte Swidberts Schiff der belgischen Küste entgegen. Dort gingen die Priester an Land und wanderten zuerst zum Kloster Nivelles, um das Grab der frommen Abtissin Gertrud zu besuchen, die vor nicht langer Zeit gestorben war.
Das aber glaubten sie fest: Niemand anders als sie fromme Frau Gertrud war ihnen auf dem Meere erschienen und hatte sie gerettet. Swidbert aber gelobte: Die erste Kirche im Lande der Brukterer will ich unter den Schutz der Frau Gertrud stellen!
Er hielt sein Wort, und als er die ersten Brukterer getauft hatte, baute er ein einfaches Kirchlein zu Wattanscetha, gerade an der Stelle, wo die Brukterer ihren Göttern geopfert hatten.
St. Gertrud aber, die Schützerin der Reisenden und er Seefahrer, wurde so auch die Schutzpatronin der Wattenscheider Kirche und der Stadt.
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