Geschichte der Wattenscheider Post in Stichworten

Wattenscheid, die alte Stadt am Hellweg, hat nach über 500 Jahren durch die kommunale Neuordnung am 30. Juni 1976
aufgehört postalisch zu bestehen.
Mit der Gebietsreform hat nicht nur die Stadt Wattenscheid ihre Selbständigkeit eingebüßt. Mit ihr wurde auch der Schlußpunkt hinter die wechselvolle Geschichte der Wattenscheider Post gesetzt, die nachstehend im Zeitraffer festgehalten werden soll.

1732 wurde erstmals eine preußische Reiterpost erwähnt, die von Duisburg über Mülheim-Ruhr, Essen, Steele, Wattenscheid nach Bochum führte. Es darf unterstellt werden, daß zu diesem Zeitpunkt bereits eine Poststelle in Wattenscheid existiert hat, die eingehende Post annahm und ausgehende Post weiterreichte.

1744 genehmigte der Postmeister von Duisburg, Hofrat Voß, einen besonderen Boten "von Eickel auf Wattenscheid", der verpflichtet wurde, einzig und allein mit der Königlichen Post in Wattenscheid zu korrespondieren.

1786 wurde in einer preußigen Postmeisterei veröffentlicht, daß die Postwärtereien Wattenscheid, Bochum und Hattingen dem außerhalb der Mark gelegenem Postamt Duisburg unterstellt waren.

1808 kommt die Postwärterei Wattenscheid, die zwischenzeitlich dem Postamt Hamm zugeteilt war, ebenso wie die Wärtereien in Bochum, Hattingen, Langenberg und Steele zum Postamt Essen. Um diese Zeit war in Wattenscheid vermutlich ein Distribiteur (Briefverteiler) eingesetzt, der die Postpakete in Staleycken in Empfang nehmen mußte.

1811 und 1812 ist Wattenscheid in den Etats als Postexpedition aufgeführt. 1820 im Nasseschen Hauskalender, die ersten Unterlage nach der bergischen Zeit, ist Wattenscheid als Postexpedition nicht mehr aufgeführt.

1824 in einem Schreiben des Bochumer Landrats wurde der Wattenscheider Bürgermeister aufgefordert, zweimal wöchentlich Polizeidiener zur Kreisstube zu entsenden, um Dienstpost zu bringen und abzuholen, weil "nach Wattenscheid kein direkter Postlauf stattfindet".

1833 wurde in Wattenscheid eine Briefsammelstelle mit Botenpost nach Bochum eingerichtet, die

1836 in eine preußische Postexpedition umgewandelt wurde und dem Postamt Dortmund unterstand.

1849 wurde Wattenscheid bei der Umwandlung der Postverwaltung Bochum diesem Amt zugeteilt. In einer amtlichen städtischen Liste wird neben dem Postexpediteur Wegmann der Postbote Sonnenschein genannt.

1850 vom 1. Oktober ab verkehrt täglich einmal eine Personenpost zwischen Bochum und Wattenscheid tour und retour.

1850 Amtmann Melchior boykottiert wegen persönlicher Differenzen mit dem Postexpeditienten Wegmann die Wattenscheider Post und läßt sich seine Briefsachen über Gelsenkirchen zustellen.

1852 lehnt die OPD Arnsberg die von Melchior geforderte Aufhebung der Wattenscheider Postexpedition ab und bezeichnet das Verlangen eines Behördenleiters als einmalig und unverständlich.

1863 wird die Personenpost Bochum-Wattenscheid bis nach Gelsenkirchen verlängert.

1867 bestimmt die OPD Arnsberg, daß bei der Postexpedition Wattenscheid eine 3. Briefträgerstelle besetzt werden soll.

1868 bestand das Postpersonal aus 2 Beamte und 2 Vertragsdienern. Das kleine Postgebäude in der Hochstraße reichte für den damaligen Verkehr völlig aus ebenso wie der einzige Briefkasten die tägliche Briefschaften leicht fassen konnte.

1875 wurde Wattenscheid eine Postverwaltung, die
1876 bei der Neuregelung automatisch zu einem Postamt 2. Klasse angehoben wurde
.
1877 wurde die Personenpost Wattenscheid-Gelsenkirchen wieder eingestellt. Dafür wurde zwischen Wattenscheid und Schalke ein 3 * täglich fahrender Personenverkehr von einem Privatfuhrunternehmer eingerichtet, der allerdings 1891 durch drei Güterposten ersetzt wurde.

1886 wurde am 26. Januar dem Gemeindevorsteher und Gastwirt Fritz Dieckmann die Posthilfestelle Günnigfeld übertragen.

1889 wurde die Postagentur Günnigfeld eingerichtet und am 13. Juni 1903 in ein Postamt 3 umgewandelt.

1900 wurde Wattenscheid Postamt 1. Klasse.

1925 wurde das Postamt Günnigfeld zu einem Zweigpostamt von Wattenscheid.

1926 wurden das Postamt Höntrop und die Posthilfestelle Sevinghausen dem Postamt Wattenscheid zugeteilt.

1928 erfolgte die Einrichtung des Kraftwagenbetriebs. Die Postagentur Eppenhof wurde zu gleicher Zeit vom Postamt Weitmar abgezweigt und dem Postamt Wattenscheid zugeteilt.

1933 erfolgte der Umzug in das neuerbaute Postgebäude Hochstraße 31.

1952 wurde die Poststelle 1 mit Annahmedienst in Wattenscheid-Leithe eingerichtet.

Gesammelt und zusammengestellt von W. Bewarder

Herausgeber: Wattenscheider Briefmarkenfreunde e.V.

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