Die heilige Gertrud - Schutzpatronin von Wattenscheid
m Jahre 626 wurde Gertrud in Nivelles, einer belgischen Stadt südlich von Brüsssel, geboren. Sie war die Tochter des "Pippin von Landen", eines fränkischen Königs, der für seine Entschlossenheit und Tatkraft bekannt war, und die er seiner Tochter Gertrud vererbte. Ihre Mutter, die aus königlichem Hause stammte, war eine sehr fromme Frau. Gertrud faßte schon mit 12 Jahren den Festen Entschluß, Ihr Leben Gott zu weihen und legte bereits in diesem Alter das Keuschheitsgelübde ab.
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Aus diesem Grund schlug sie auch die Hochzeit mit einem mächtigen, reichen, adligen Franken aus, welche die Eltern sich sehr gewünscht hätten, um die Macht und den Reichtum der Familie zu vermehren. So trat sie mit 18 Jahren in das Kloster von Nivelles ein, das ihre Mutter gegründet und leitete es später als erste Äbtissin. Unter ihrer Führung wurde es geistiger Mittelpunkt der gesamten Umgebung. Sie richtete eine große Bibliothek ein und führte dort in die Kunst des Lesens und Schreibens ein, was die meisten im Kloster erst noch lernen mußten.
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Außerdem brachte sie ihren Mitschwestern Weben und Spinnen bei, die dann prachtvolle Meßgewänder und Altartücher herstellten. Dazu richtete sie eine Herberge für reisende und wandernde Handwerksburschen ein und wurde seitdem als Schutzpatronin der Reisenden verehrt. In einer Legende - man weiß also nicht genau, ob es wahr ist - erzählt man, daß sie einmal Untergebene in ein fremdes Land schickte und Ihnen versprach, daß ihnen nichts passieren würde. Als die Reisenden mitten auf dem Meer waren, erschien plötzlich ein furchtbares Meeresungeheuer, das sofort wieder verschwand, als sich die Reisenden im Gebet an die heilige Gertrud wandten. Aus diesem Grund hält sie auf vielen Abbildungen ein Schiff in der Hand. Außerdem sieht man, daß an ihrem Äbtissinnenstab die Mäuse hochklettern. So soll die Gegend von Südbrabant von einer Ratten- und Mäuseplage befreit haben.
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Sowohl das Schiff, als auch die Mäuse kannst du genau auf dem schönen alten Stadtsiegel von Wattenscheid erkennen, das aber schon lange nicht mehr gültig ist.
Zwei weitere interessante Abbildungen von der heiligen Gertrud findest Du im Wattenscheider Rathaus. Im Treppenhaus des alten Rathauses an der Freiheitsstraße ist ein farbiges Wappenfenster zu bewundern. Im neuen Teil kannst Du ein Gertrudsmosaik finden.
Die heilige Gertrud starb im Alter von nur 33 Jahren. Sie war von zarter Gesundheit und hatte zuviel von sich gefordert. Oft hatte sie den ganzen Tag am Webstuhl oder Spinnrad gearbeitet und die Nächte wachend im Gebet verbracht.
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Ihr Todestag, der 17. März, hatte für die Wattenscheider Ackerbürger und Bauern eine besondere Bedeutung. An diesem Tag durfte man mit der ländlichen Frühjahrsarbeit beginnen, Gertrud selbst galt als Frühjahrsbotin.
So blieb die heilige Gertrud durch viele Jahrhunderte Stadtpatronin der alten Stadt Wattenscheid. Noch heute besteht eine enge, herzliche Verbindung zwischen Gertruds Geburtsstadt Nivelles in Belgien und Wattenscheid.
Aber nicht nur in Wattenscheid, sondern in ganz Europa wird heute noch in vielen Kirchen und Kultstätten das Andenken an diese große Frau, unsere Kirchen- und Stadtpatronin, lebendig gehalten.
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