| Kultur Buch + Film | |
| Künstler Musik Leselust | |
| Veranstalter Veranstaltungen | |
| WAT-Portrait | |
|
Gestern + Heute
Zechen
Wanderweg
Geschichte(n)
Hist. Daten
Chronik
Freiheit
St. Gertrud Stolpersteine |
| Wattenscheider Chronik | Wattenscheid, im Herzen des Ruhrgebiets gelegen, zählt zu den ältesten Städten zwischen Ruhr und Lippe. Mehrere Jahrhunderte lang war die Stadt Sitz eines Amtsbezirkes, der Teile von Gelsenkirchen und Steele umfasste. Wattenscheid war eines der ältesten Kirchspiele eines weitläufigen Dekanats, das bis Bochum, Witten und Sprockhövel reichte. Wattenscheid ist mithin der mehr als 1000 Jahre alte kulturelle, verwaltungspolitische und kirchliche Ausstrahlungspunkt für ein Gebiet, dass heute etwa eine Million Einwohner zählt. |
| Um 890 | wird Wattenscheid zum ersten Mal urkundlich erwähnt. |
| Von 900 bis 1400 |
liegt die Bedeutung Wattenscheids auf der Hauptstellung der Mutterkirche
St. Gertrud. Während dieser Zeit ist der egientliche Name Wattenscheid entstanden. Die Namensbildung fand wie folgt statt: uilla Uuattenscethe in pago Borahtron 9. Jhdt. Watdesceida 11 Jhdt. Wattenscheid (1147) Watenscethe (um 1150) Wattensceth (1226) Wattenscede (1263) Watenschede (1277) und schließlich Wattenscheid oder auch umgangssprachlich: Wattsche. |
| Vor 1417 |
Dem noch 1370 als „Dorf" geltenden Ort verlieh der Landesherr Adolf Graf von der Mark 1417 die stadtähnlichen Rechte einer „Freiheit", ebenso 1432 sein Bruder Gerhard; in beiden Privilegien wird der Ort bereits als „Wigbold", die Bevölkerung als „Bürger“ bezeichnet, so daß diese kommunale Entwicklungsstufe schon vor der ersten förmlichen Privilegierung abgeschlossen war. Zumeist wurde Wattenscheid als „Freiheit“ bezeichnet, aber auch „Stadt", „oppidum", „immunitas" oder auch „municipium“. Das Recht von 1432 ist 1487 vom Herzog Johann von Kleve erneuert worden. und 1661,1686 und 1687 von den Brandenburgern als Nachfolgern der Grafen von der Mark bestätigt worden. Wattenscheid lag im Amt Bochum (historisch) in der Grafschaft Mark und gehörte damit zum Rechtskreis der Reichsstadt Dortmund. Die Gerichtsstätte war zumeist im Rathause, das eine Bogenhalle hatte, vor welcher der Pranger („Kaak") stand; das Freigericht hatte seinen Freistuhl unter dem Nußbaum in dem Friehove. |
| Um 1500 | Den Kern des Stadtteils Papenburg bildete die „Wedeme“ (Pfarrhof); auch die übrigen Ortsteile gruppierten sich um erkennbare Urhöfe: Der bewehrte Pfarrhof selbst wurde spätestens um das Jahr 1500 etwa 200 m vor die Südseite der Freiheit verlegt; noch 1955 war der Zwischenraum unbebaut. Von der aus der Kirchenburg hochragenden Kirche ist aus dem 11. Jhdt. noch der Wehrturm erhalten; der Neubau der 5schiffigen Halle trat 1888 an Stelle eines gotischen Langhauses. Am Altbau der Kirche waren Sakristei, Bein¬haus und Schule angebaut; daneben Kapelle und Klüse. Unter den Speicherhäuschen auf dem Kirchhofe wird besonders „ein groß gewaltig Haus, die Römerei" genannt. |
| 1554 | 1554 wird die hansische Mitgliedschaft von Wattenscheid ausdrücklich anerkannt. Doch schon seit Mitte des 14. Jhdts. sind aber Fernkaufleute aus Wattenscheid und nächster Nachbarschaft bezeugt in London, Riga, Reval, Dorpat, Goldingen. |
| 1604 |
ist Wattenscheid die volkreichste Freiheit der Grafschaft Mark. Unter den 3 Jahrmärkten war der Gertrudis-Pferdemarkt von weit her besucht. |
| 1623,1630 1635-37 |
Pest
|
1635 | brennt Wattenscheid völlig nieder. | 1676 | Neben der Kirchenburg lag in der Helle-Nachbarschaft das Kirchspielhaus als Residenz eines Dortmunder Bettelordens auch „Möncherei" oder „Terminshaus" bezeichnet. Auf der Friehove der Steinhaus Nachbarschaft wurde 1676 die luth. Kirche erbaut, daneben 1766 Schule und Pfarrhaus. |
| 1722 | wird die Beschäftigung von Tagelöhnern aus Wattenscheid im Kohlenbergbau der nahen Ruhrberge urkundlich erwähnt. |
| 1795 | Vor dem Stenstore wurde die alte Wasserburg Lyren 1795 abgebrochen, die Zwangs- und Bannmühle der Bürger einige Jahrzehnte noch belassen. Im Eckpunkt dieser Nachbarschaften war ein kleiner Marktplatz. |
| 1816 |
wird Wattenscheid bei der Entstehung der preussischen Provinz Westfalen
Sitz eines Amtes, dem die Gemeinden Hessler, Schalke, Braubauernschaft
(heute Bismarck), Bulmke, Hüllen, Gelsenkirchen, Ueckendorf, Leithe,
Günnigfeld, Westenfeld, Sevinghausen, Eiberg, Freisenbruch, Königssteele,
Höntrop, Eppendorf und Munscheid angehören.
Im Verlaufe der ersten vier Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts
nimmt die Zahl der Zechen und Stollen in Wattenscheid sprunghaft zu, aus
der zunächst bäuerlich geprägten Gegend entwickelt sich
eine Industrieregion. Die Streckenführung der ersten Eisenbahn durch
die Emschermulde (1874) führt dazu, dass die nördlichen Amtsgemeinden
in ihrer Entwicklung die Mutterstadt überflügeln und diese aus
Wattenscheid ausgemeindet werden.1806 heißt es noch: „In Wattenscheid kann keiner ohne Vieh leben“. Der Charakter eines Ackerbürgerstädtchens ist von Anbeginn bis in das 19. Jhdt. bestimmend gewesen. Der Anbau von Roggen, Gerste, Hafer und Weizen herrschten in der Landwirtschaft vor. Roggen war über Jahrhunderte eine Ersatzwährung, Naturalabgaben bildeten das Haupteinkommen der Grundherren über Jahrhundete hinweg. Der Umschlagplatz war der Kornmarkt im nahen Hattingen. |
| 1818 | 895 Einwohner |
| 1838 |
gab es eine Volkszählung. Folgend das Ergebnis: Wattenscheid: 1065 Einwohner / 202 Häuser Eppendorf: 713 Einwohner / 195 Häuser Höntrop: 602 Einwohner / 146 Häuser Westenfeld: 306 Einwohner / 53 Häuser Günnigfeld: 139 Einwohner / 30 Häuser Leithe: 92 Einwohner / 28 Häuser Staleicken: 188 Einwohner / 40 Häuser |
| 1858 | 1896 Einwohner |
| 1866 | Cholera |
| 1876 | Wattenscheid wird 1876 in seinen Stadtrechten bestätigt, wird aber erst 1926 kreisfreie Stadt. Damals hat Wattenscheid mit seinen 8 Stadtteilen 62780 Einwohner. Mit Beginn der Bergbaukrise der 60er Jahre erfolgt eine beispielhafte Umstrukturierung der Wirtschaft mit einer Ansiedlung von über 100 Firmen. Trotzdem wird durch die angestrebte kommunale Neugliederung die Selbständigkeit in Frage gestellt. Die Wattenscheider sprechen sich in mehreren Umfragen deutlich mit bis zu 96 Prozent für die Beibehaltung der Selbständigkeit aus. Dennoch beschliesst der Landtag 1974 den Zusammenschluss mit Bochum, der zum 1.1.1975 wirksam wird. Der Kampf der Wattenscheider um die Selbständigkeit Wattenscheids ging auch nach 1975 weiter, ohne das angestrebte Ziel bisher erreichen zu können. |
| 1885 |
11 0673 EinwohnerMit der industriellen Entwicklung nach 1850 starke Anwerbungsversuche, zunehmend nach 1870/71, besonders der Bergwerksgesellschaften, außerhalb der einheimischen Bevölkerung, hier insbesondere slawischer Nationalität, bis hin zu den Masuren. |
| 1914 - 1918 | war der erste Weltkrieg. 1800 Männer der Stadt mussten ihr Leben in diesen Jahren lassen. Es folgte die Besatzungszeit des Jahres 1923 durch die Amerikaner, die Inflation und das "Wunder der Rentenmark" |
| 1925 |
30 824 Einwohner
|
| 1926 | Vereinigung von Stadt und Amt zur Mittelstadt Wattenscheid |
| 1939 - 1945 |
328 Bürger kamen durch 48 Luftangriffe und Artilleriegeschosse ums Leben. Fünfundvierzig Prozent der Wohnungen wurden beschädtigt oder zerstört. Totalschäden an zahlreichen öffentlichen Gebäuden. Zwölftausend Personen wurden obdachlos. Bevölkerungszahl 45431. Es wurden: 679 Wohnhäuser zerstört 3.908 beschädigt Schäden an 13 Kirchen (davon 2 schwer) 4 Schulgebänden 5 Turnhallen (dazu 1 zerstört) Jugendheim 1 Fabrik zerstört. Insgesamt 30% beschädigt, aber meist wieder hergestellt. |
| 13.10.1946 | wurde ein neues Stadtparlament gewählt. |
| 01.01.1955 |
zählten 74572 Einwohner zur Wattenscheider Bevölkerung. Darunter in etwa 9000 Vertriebene und Flüchtlinge. Außer dem Kohlenbergbau waren 1955 Hauptindustriezweige: Kleineisen- und Metallwaren, Draht, Elektrotechnik, Bürsten, Schuhe, Holzschuhe, Lederwaren. Daneben vielfältiges Mittel- und Kleingewerbe, Metallverarbeitung, Beleuchtungskörper, Transportbänder, Glasverarbeitung, Damenkleider. |
| 1952 - 1963 | Gründung von 54 kleineren und mittleren Betrieben mit insgesamt 3834 Beschäftigten. |
| 1963 - 1970 |
Statistik der angesiedelten Betriebe: Handelsbetriebe: 19 Firmen (938 Beschäftigte) Eisen- und Metallverarbeitung: 10 Betriebe (678 Beschäftigte) Baugewerbe: 10 unternehmen (480 Beschäftigte) Holz-, Papier-, und Druckindustrie: 8 Betriebe (545 beschäftigte) Kunststoffverarbeitung: 7 Unternehmen (280 Beschäftigte) Textilgewerbe: 4 Betriebe (1530 Beschäftigte) |